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8.1 - Erschaffen (Vorstellungskraft)

Die Vorstellungskraft ist genau das, was ihr Name be-sagt: Die Kraft, sich etwas vor-zu-stellen. Da jeglicher Wunsch nach Erfüllung im Außen zunächst im Innen geboren wird und dort Form annimmt, kommst du nicht umhin, dir die Zeit zu nehmen, deine Vorstellungskraft zu erweitern. Genauer gesagt: Deine Vorstellung des Wunsches zu erweitern. Wie genau soll er aussehen? Wie stellst du dir es vor, dass er sich verwirklicht? Willst du weiterhin wünschen und auf Erfüllung hoffen? Auch das ist legitim und schöpferisch. Nur ist dadurch keine bestimmte Richtung vorgegeben. Es kann also geschehen – oder aber auch nicht.

Du aber willst die Rolle des bewussten Mitschöpfers einnehmen. Das bedeutet nichts anderes, als die Richtung selbst vor-zu-geben. Der Details bist du dir zu Beginn nicht bewusst. Du hast kein Bewusstsein für sie. Wie auch? Du hast dich damit ja bislang noch gar nicht beschäftigt. Nun aber tust du es, und die Vorstellungskraft ist dir dabei äußerst dienlich.

Wenn du dich in der Stille befindest und deine Gedanken auf den Wunsch ausrichtest, ist es so, dass dir dadurch immer mehr Informationen – also Details – zukommen. Das sind das Gesetz der Anziehung und das Gesetz des Wachstums in Aktion, wenn auch auf einer noch feinstofflichen Ebene. Hier bietet sich übrigens gleich eine gute Gelegenheit, dankbar zu sein. Dankbar für den göttlichen Mechanismus, der dir diese Details ohne Unterlass aus seinem unerschöpflichen Reservoir liefert. 

Auch hier lohnt es sich, kurz inne zu halten und sich darüber ein paar Gedanken zu machen. Wo kommt eigentlich all das „Zeug“ her, das sich uns in Form von Gedanken präsentiert? Richtig! Aus dem unendlichen Potenzial, das bis zu deiner Inanspruchnahme eben nur das war: reines Potenzial. „Statische Energie“, wie Charles Haanel es nannte. „Bewusstsein im Ruhezustand“ oder „Nullpunktfeld“, wenn wir die quantenphysische Terminologie bevorzugen.

Dadurch, dass du immer wieder die Stille aufsuchst und deine Gedanken entsprechend ausrichtest, kommen dir besagte Details, Ideen und Möglichkeiten. Sie erlauben es dir, immer wieder den nächsten Schritt zu unternehmen. Erinnere dich: Der gesamte Prozess der Erfüllung beruht auf Wachstum – auf Entfaltung. Die dir vermittelten Informationen machen dieses Wachstum aus, denn zuvor standen sie dir ja nicht zur Verfügung. Nun aber schon. Sei erneut dankbar!

Allein die Informationen zu besitzen heißt aber noch nicht, sie auch zur Anwendung zu bringen. Das ist dann der nächste Schritt. Du benutzt dazu aber dein Urteils-vermögen, denn nicht immer sind alle Informationen oder Details für den nächsten Schritt relevant oder geeignet. Das zu erkennen, genau dabei hilft es dir.

Oft läuft dieser Prozess ohne jegliche Anstrengung deinerseits ab. Die Informationen strömen auf dich ein oder erscheinen wie aus dem Nichts. Auch das ist das Gesetz der Anziehung in Aktion. Gleiches zieht Gleiches an, selbst wenn der Verstand es nicht nachvollziehen kann, wie eine Sache gerade zustande gekommen ist.

Der Autor Ophiel sprach in seinem Buch „The Art and Practice of Getting Material Things through Creative Visualisation“ von einer „sphere of availability“, einem sogenannten Verfügbarkeitsraum. Dieser Verfügbarkeitsraum ist, wie der Name schon sagt, beschränkt. Das heißt im Klartext, dass es für dich in der jetzigen Situation bestimmte Dinge gibt, die sich nicht verwirklichen. Später vielleicht schon, aber in diesem Moment nicht.

Ophiel beschreibt das anhand eines Bettlers, in dessen Verfügbarkeitsraum sich ein kleiner Teppich für den kalten Boden befindet, aber kein Luxusauto. Für einen erfolgreichen Geschäftsmann sieht es hingegen anders aus. In seinem Verfügbarkeitsraum befindet sich sehr wohl ein Luxusauto, weil sich in diesem Raum auch ähnliche Dinge befinden. Auch hier ist das Gesetz der Anziehung am Wirken, denn Gleiches gesellt sich zu Gleichem.

Das bedeutet für dich in der Praxis, d.h. sowohl der Schulung deiner Vorstellungskraft als auch der Anwendung in der äußeren Welt, dass du dir Gedanken darüber machen musst, was mit wem verbunden ist. 

Willst du mehr Geld, dann befasse dich mit Aspekten des finanziellen Reichtums. Hole dir Zeitschriften und Magazine, deren Zielgruppe Großverdiener sind. Gehe an Orte, wo sie sich aufhalten. Business Meetings, Golfplätze, Yachthäfen, Reitställe, Theater… um nur einige zu nennen.

Du erkennst sofort, dass durch den Akt der Vorstellung auf einmal neue Möglichkeiten entstehen. Du erkennst sofort, dass dieses Neue wenig mit dem zu tun hat, was du bislang getan hast, oder mit wem du dich an welchem Ort aufgehalten hast.

Schöpfung geschieht gesetzmäßig. Schöpfung geschieht ent-sprechend. Es gibt auf der Welt unendlich viele reiche Menschen. Diese stellen sich im Leben auch auf vielfältige Weise dar, d.h. sie haben Interessen, die wiederum von anderen befriedigt werden, selbst wenn es nur eine Zeitschrift ist. Dadurch aber stößt du auf neue Aspekte des Wohlstands. Es kommen dir neue Informationen zu. Nicht nur wird deine Vorstellungskraft größer, sondern auch dein Mut, zur nächsten Tat zu schreiten.

Du siehst: Es ist ein ständiges ein und aus, auch hier. In der Stille kommen dir die ersten Ideen und Details, die du dann nachverfolgst, z.B. dadurch, dass du in den Zeitschriftenhandel gehst und dir dort entsprechende Magazine kaufst. Diese durchstöberst du und wirst dir weiterer Informationen bewusst. Du nimmst sie im Anschluss wieder mit in die Stille, um ihnen dort zusätzliche Details zu geben. 

Während all dieser Aktivitäten machst du dir keine Gedanken über deine Absicht, deine Aufmerksamkeit und dein Interesse. Sie laufen automatisch nebenher, und das ist gut so. Sie aber führen dich von einem zaghaften Anfang hin zu einem umfangreichen Bild – ein Bild, das dir vor kurzer Zeit noch unmöglich schien.

So aber funktioniert die Schöpfung. Deine Absicht bestimmt deine Aufmerksamkeit und dein Interesse. Diese schaukeln sich gegenseitig hoch und führen zur Bewusstwerdung. Da du dich aber nur mit einer Sache gleichzeitig befassen kannst, laufen andere Dinge im Hintergrund ab. Es ist das perfekte Zusammenspiel des Bewussten mit dem Unterbewussten.

Spielen wir das Spiel weiter. Aus der Zeitschrift lernst du, dass es an einem bestimmten Datum eine Veranstaltung gibt. Du entscheidest dich an ihr teilzunehmen. Allein die Entscheidung ist bereits ein Erfolg, denn vor nur wenigen Minuten war sie noch nicht getroffen. Erkennst du hier, wie die Wertschätzung des Kleinen langsam zur Wertschätzung des Großen führt?

Du magst dir zu Beginn sagen: „Mir fehlt der Mut, dorthin zu gehen.“ Oder: „Da passe ich nicht rein.“ Klar, stimmt ja auch, aber wenn es dir wichtig ist, reich zu werden, dann musst du dich zwangsläufig anpassen. Es gibt Ausnahmen, aber die bestätigen nur die Regel.

Du entscheidest also, der Veranstaltung beizuwohnen. Dort kommst du ins Gespräch mit Menschen. Diese interessieren sich für deine Geschichte. Du erzählst ihnen dann, dass du ein Buch von Helmar Rudolph gelesen hast, dem erfolgreichen Autor. Dieses Buch, „Alles. Einfach. Jetzt. – Dein 24 Stunden Erfolgsbuch“, hat dich dazu gebracht, dich auf die Erfolgsschiene des Lebens zu begeben. Du bist nun dabei, dein Leben zu ändern, und deine Anwesenheit auf dieser Veranstaltung ist einer der ersten Schritte.

„Interessant“, wird sich dein Gesprächspartner denken und mehr erfahren wollen. Und so führt eins zum anderen, und du bekommst eine Einladung zu einem weiteren Event. Vielleicht bekommst du auch Hinweise, die deiner Weiterentwicklung dienlich sind. Du erkennst aber auf Anhieb, wie hier bestimmte Verursachungsketten in Bewegung gesetzt werden, die sich selbst ähnlich sind. Auch das ist das Gesetz der Anziehung in Aktion.

Wir spielen weiter. Mit der Zeit entwickelt sich eine Freundschaft zwischen dir und besagter Person. Du entwickelst durch diese ersten Schritte Mut, Vertrauen und Zuversicht. Nebenbei stellst du fest, dass dein Fernseher seit 3 Monaten ausgeschaltet ist. Du stellst auch fest, dass du mit bestimmten Personen keinen Kontakt mehr hast, dafür mit anderen Personen umso mehr. Du stellst ebenso fest, dass du dich an bestimmten Orten nicht mehr aufhältst. Zudem stellst du fest, dass du bestimmte Gedanken nicht mehr denkst, dafür aber andere umso häufiger.

Deine Interaktion mit deinem neuen Freund entwickelt sich prächtig. Du hörst aufmerksam zu und wirst dir dadurch Details aus seinem Leben bewusst. Diese, zusammen mit der Arbeit, die du weiterhin an dir verrichtest, beginnen dich neu zu prägen. Nach einem knappen Jahr schaust du zurück und fragst dich, ob es jemals anders war. Ja, das war es, aber nun ist wahrlich eine neue Zeit angebrochen.

Schrittweise arbeitest du dich voran. Mit zunehmender Zeit und Bewusstseinsentwicklung gehen mehr und mehr Dinge in den Bereich des Unterbewusstseins über. Genau dort willst du sie haben, denn dann musst du dir über sie keine Gedanken mehr machen.

Das Schöne an diesem Schöpfungsprozess ist, dass wir uns auf ihn verlassen können. Du und ich. Wir wissen um Geistigkeit, Entsprechung, Schwingung, Polarität, Rhythmus, Ursache und Wirkung und Geschlecht. Wir wenden sie konsequent an. 

Das Verständnis führt nicht nur zu einer neuen gedanklichen Ausrichtung, sondern auch zu einer Ruhe und Gelassenheit. Das sind Qualitäten, die denjenigen fehlen, die nicht um diese Schöpfungsprinzipien wissen. 

Ich fasse zusammen: Körperliche und gedankliche Kontrolle und Entspannung sind die Basis für das Stärken der eigenen Vorstellungskraft. Dein Lesen dieser Zeilen ist Beweis dafür. Würde neben dir jetzt ein Sprengsatz explodieren, wäre es schnell vorbei mit der Kontrolle und Entspannung. Tat er aber nicht. So hattest du die Muße, diese Zeilen in Ruhe zu lesen und ihren Sinn aufzunehmen, ohne dass du dir darüber Gedanken gemacht hast. 

Während du diese Zeilen gelesen hast, erschufen sie in dir geistige Bilder und neue Gedankenkonstrukte. Sie führten zu neuen Ideen. Welche du davon verwirklichst, das entscheidest wieder einmal allein du, aber du hast erkannt, wie der Hase läuft. 

Du weißt nun um die Macht der Vorstellungskraft. Sie erzeugt neue Bilder und neue Ideen. Verfolgst du sie, wächst du dadurch und näherst dich der Erfüllung deines Wunsches oder deines Ziels. Natürlich ist das hier vereinfacht dargestellt. Auch das Beispiel mag für dich nicht von Be-deutung sein. Daher ist es auch nur ein Beispiel. Projiziere es dann auf etwas, was dir angemessener erscheint. Der Ablauf ist und bleibt immer derselbe. Du kannst dich auch weiterhin auf die Prinzipien der Schöpfung verlassen. Sei dankbar. Sei demütig. Gehe in Frieden.