7.4 - Steuern (Gedankenkontrolle)
Mit der Fähigkeit der Körperkontrolle unterm Gürtel geht es zur Gedankenkontrolle. Wieder sitzt du allein an dem gewohnten Ort. Dieses Mal aber hast du in der Stille eine Aufgabe: Du sollst deine Gedanken beobachten. Warum? Weil diese dir bekanntlich deine Realität erschaffen. Und da diese dir – zumindest was den „Erfolg“ anbelangt – momentan nicht gefällt, bedarf es hier eines allerersten Eingriffs. Dieser ist gedanklicher Natur. Das sollte mittlerweile klar sein.
Du beginnst also, deine Gedanken zu beobachten. Dadurch wirst du dir ihrer Qualität bewusst. Vor allem erkennst du, wie schnell sie aufeinander folgen. Eben warst du noch hier, und keine 10 Sekunden später bist du bei einem völlig anderen Thema angelangt. Zu Beginn ist das OK, später aber erkennst du, dass dir das nicht wirklich dienlich ist. Also drehst du allein dadurch die Geschwindigkeit herunter, dass du deine Auf-merk-sam-keit ein wenig länger auf einem bestimmten Gedanken hältst. Das ist in etwa wie eine tief stehende Sonne, die längere Schatten wirft, wodurch wiederum mehr Details zu Tage treten. Itzhak Bentovs „Auf der Spur des wilden Pendels“ sei hier gedankt.
Durch das aufmerksame Beobachten deiner Gedanken erkennst du wie schon erwähnt ihre Qualität. Du wirst dir mit der Zeit aber auch der Gedankenfolge gewahr. Mit etwas Übung bist du dann in der Lage, die Ursache dieser Gedanken zu erkennen. Bingo – genau da willst du hin!
Immer wieder stelle ich bei Menschen fest, dass sie sich gedanklich die meiste Zeit am falschen Pol aufhalten. Da, wo sie eigentlich hin oder sein wollen, damit befassen sie sich gar nicht oder nur beiläufig. Auch hier zieht Gleiches Gleiches an. Ein Teufelskreis.
Durch diese einfache Übung des Gewahrseins kommst du schrittweise in den Genuss der Gedankenkontrolle. Kontrolle heißt hier nicht, dass du jeden einzelnen Gedanken bis ins Nirwana analysierst, sondern dass du dir immer bewusster darüber wirst, was dir durch den Kopf schießt, um es bei Bedarf zu korrigieren und eine einheitliche, positiv ausgerichtete Denkweise zu etablieren.
Das sich gewahr werden dieser Gedankenketten deutet konsequenterweise auf ihre Qualität hin. So kannst du mit etwas Übung bewusst entscheiden, ob du diesen Gedanken weiter hegen willst. Du kannst aber ebenso bewusst entscheiden, ihn durch einen energischen Gegenvorschlag im Keim zu ersticken und ihn qualitativ umzukehren.
Dieses Umkehren der Qualität der Gedanken ist für den Verstand zunächst höchst verwirrend. Er ist es nämlich nicht gewohnt, dass nun eine höhere Instanz dazwischen funkt. Bisher kam ein Gedanke zum anderen. Die Qualität, ob gut oder schlecht, war dabei dem voraus gegangenen Gedanken immer ähnlich. Nun aber kommst du und schreitest energisch ein: Halt! Stopp! Bis hier und nicht weiter! Und genau das braucht dein System auch, denn wenn du es nicht bist, der die Funktion des Wächters übernimmt, ein anderer ist nicht vorhanden, der es für dich tun könnte.
Der Gedanke – der Wunsch – wird wiederholt. Er entwickelt sich zum Glauben, wird zur Gewohnheit, dann automatisch und letztendlich zu dir. Die Konsequenzen sind bei negativen Gedanken unabsehbar, verwirklichen sich aber dennoch genauso gesetzmäßig wie bei positiven.
Du befindest dich immer noch in der Stille. Jetzt weißt du auch, warum diese so wichtig ist. Zu Beginn bist du alles andere als in der Lage, in einem lauten Raum oder im Verkehr so konzentriert zu sein, dass du diese Gedankenkontrolle ausüben kannst. Mit der Zeit aber kannst du es überall tun. Übung macht auch hier den Meister.
Der Gegenvorschlag – oder das Gegenargument – ist das zentrale Thema bei der Bewusstwerdung: Er ist der im vorigen Kapitel erwähnte Polaritätswechsel. Er bedeutet die Schwingungsänderung, die zu einer neuen Manifestation führt. Daher kann ich es nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, regelmäßig die Stille aufzusuchen und dort Gedankenhygiene zu betreiben.
Du kannst einerseits abwarten, was dir durch den Kopf schießt, anderseits das Thema aber auch selbst vorgeben. Da dieses hier ein Erfolgsbuch ist und Erfolg meist mit Geld gleichgesetzt wird, schnappe dir mal das Thema Geld und klassifiziere die Gedanken, die dir dazu ein-fallen. Wie stehst du zum Geld? Hat es für dich etwas Anrüchiges? Wie bist du aufgewachsen? Was hielten deine Eltern oder Bezugspersonen vom Geld? Fällt dir dazu vielleicht noch ein Spruch von ihnen ein? „Geld wächst nicht auf Bäumen.“ „Glaubst du, ich bin Krösus?“
Die meisten Menschen haben so etwas schon einmal gehört. Wie aber oben erwähnt, haben wir das damals – entschuldige – für bare Münze genommen und nicht kritisch hinterfragt. Und wenn wir es taten, vielleicht sogar mit etwas Trotz, gab es anstatt des Lobes für den Mut und das eigenständige Denken sogleich einen an den Latz. Na klasse! Das sollte sich Jahre später erneut zeigen, nämlich in der Situation, in der du dich wohl gerade befindest.
Das Schöne dabei ist, dass du das Alte ungeschehen machen kannst: Das tust du dadurch, dass du es ersetzt. So einfach ist es. Natürlich geht das Alte, Eingeprägte, nicht ohne weiteres. Es ist aber erneut dein Wille, der dafür sorgt, dass es zu der notwendigen Wiederholung und somit Gewohnheitsbildung kommt.
„Ewige Aufmerksamkeit ist der Preis des Erfolges“, schrieb Charles Haanel im Master Key System. Ja, sei aufmerksam und greife dann energisch und konsequent ein, wenn du dich bei auch nur irgendeinem negativen Gedanken ertappst.
Gehe aber weiterhin liebevoll mit dir um. Sei nachsichtig. Zu Beginn klappt nicht immer alles. Das ist vollkommen normal. Aber: Du weißt um das Prinzip der Entsprechung. Das heißt, dass wenn du dir vorgenommen hast, von nun an stetigen und bewussten Erfolg in dein Leben zu ziehen, das die geistige Ursache ist. Die Auswirkung auf den niederen Ebenen wird ent-sprechend ausfallen. Die Saat ist gesät. Jetzt musst sie gewässert und genährt werden, darf aber – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht untergraben werden. Du weißt, was das bedeutet.
Natürlich kommen zu Beginn Zweifel hoch: „Bin ich gut genug?“ „Schaffe ich es?“ „Habe ich die richtige Qualifikation?“ „Habe ich genug Geld?“ „Was wird meine Familie dazu sagen?“ Die Fragen sind endlos, die Wirkung aber einzigartig negativ. Daher ist es genau hier so wichtig, das Gegenargument zu unterbreiten – stark und oft wiederholt!
„Ja, ich bin gut genug!“ „Na klar schaffe ich es!“ „Wenn ich die richtige Qualifikation nicht habe, eigne ich sie mir an. Oder ich tue etwas anderes, wo sie nicht vonnöten ist.“ „Das Geld kommt schon, und wenn ich dafür in 24 Stunden ein Buch schreiben muss.“ „Meine Familie ist mir wichtig, aber es ist mir nicht wichtig, was sie über mich denkt. Mir ist es viel wichtiger, wie ICH über MICH denke, denn ich bin es, der sich meine Realität schafft. Dazu gehört auch meine Familie.“
Du siehst, was es mit dem Gegenargument auf sich hat. Beide Richtungen, die des Zweifels, Zauderns und Zagens, als auch die der Macht, des Mutes und des durch den Willen gesteuerten Durchsetzungsvermögens, sind schöpferisch. Erstere führt allerdings zur Aufgabe, während nur letztere zum Erfolg führt – dem Erfolg über dich selbst, deinen eigenen Schweinehund und deine vormals dominanten Glaubenssätze und Verhaltensweisen. Mit dieser Aussage bist du übrigens der Wahrheit einen weiteren Schritt näher gekommen.
Ich fasse zusammen: Ohne Körperkontrolle gibt es keine Gedankenkontrolle. Wenn du auch nur irgendeine Änderung in deinem Leben erfahren willst, geht das ausschließlich durch neue Gedanken. Alles andere ist Augenwischerei, denn die Natur hat uns nicht umsonst das Konstrukt „Wachstum“ beschert. Natürlich gibt es spontane Evolution und Quantensprünge. Sie sind jedoch nicht die Norm, denn nur das Wachstum führt zur Erfahrung.
Auch Quantensprünge sind auf einer anderen Ebene nur Wachstumsprozesse. Nur ist es so, dass es den Menschen gegenwärtig komplett zerreißen würde, wenn er einen Quantensprung nach dem anderen erleben würde. Auch da muss er sich erst einmal langsam herantasten. Das aber soll ein Thema für ein anderes Mal sein.
Das wertfreie und nicht-verurteilende Beobachten deiner vorherrschenden Geisteshaltung führt zum Erkennen der Qualität der Gedanken. Im Falle negativer Gedanken muss ein Polaritätswechsel vorgenommen werden. Das fällt zu Beginn schwer, weil der Verstand nicht daran gewöhnt ist, in seinem regen Lauf unterbrochen zu werden. Mit der Zeit aber wird es zur Selbstverständlichkeit. Dann machst du dir darüber genau so wenig Gedanken wie gerade über deine Verdauung, wenn sie denn – Achtung! – regelmäßig ist.
Natürlich werden dir auch dann noch negative – d.h. nicht dienliche – Gedanken unterkommen. Nun aber erkennst du sie und bist dadurch in der Lage, sie umzuwandeln. Du bist auf dem Weg zur Meisterschaft, und dir ist zu gratulieren.
"Meine Familie ist mir wichtig, aber es ist mir nicht wichtig, was sie über mich denkt. Mir ist es viel wichtiger, wie ICH über MICH denke, denn ich bin es, der sich meine Realität schafft. Dazu gehört auch meine Familie.“
Dieser Satz stimmt einen schon nachdenklich! Wenn man den verinnerlicht hat und danach lebt/arbeitet hat man schon sehr, sehr viel Erreicht. Dann. glaube ich, wird man auch unbeschwerter und einfacher leben.
Edgar Bäder Ja, genau so ist es. Die Familie liegt einem immer nahe, aber manchmal ist deren Einfluss zu negativ oder beschränkend. Und dann gilt es einzugreifen und sich ins Zentrum der Schöpfung zu stellen. Der Rest relativiert sich dann ziemlich schnell.