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Die sieben Prinzipien der Hermetik

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Inhaltsverzeichnis[Verstecken]
  1. Einleitung
  2. Hermetik und Master Key System
  3. Das erste Prinzip: Geistigkeit
  4. Der individuelle Geist und der universale Geist
  5. Gedanken sind nicht harmlos
  6. Die Gefahr des mentalen Absolutismus
  7. Geistige Nahrung
  8. Eine praktische Übung zum Prinzip der Geistigkeit
  9. Das zweite Prinzip: Entsprechung
  10. Entsprechung ist nicht Identität
  11. Der äußere Spiegel
  12. Innere und äußere Ordnung
  13. Beziehungen als Entsprechung
  14. Körper und Psyche
  15. Eine praktische Übung zum Prinzip der Entsprechung
  16. Das dritte Prinzip: Schwingung
  17. Hohe Schwingung und geistige Eitelkeit
  18. Zustand und Identität
  19. Schwingung durch Aufmerksamkeit verändern
  20. Resonanz
  21. Eine praktische Übung zum Prinzip der Schwingung
  22. Das vierte Prinzip: Polarität
  23. Vom Gegensatz zur Skala
  24. Liebe und Hass
  25. Mut und Angst
  26. Schatten und Licht
  27. Die Gefahr falscher Gleichsetzung
  28. Eine praktische Übung zum Prinzip der Polarität
  29. Das fünfte Prinzip: Rhythmus
  30. Rhythmus und Widerstand
  31. Die Kunst der Neutralisation
  32. Aufschwung und Übermut
  33. Ruhe als Teil der Wirkung
  34. Beziehungen und Rhythmus
  35. Eine praktische Übung zum Prinzip des Rhythmus
  36. Das sechste Prinzip: Ursache und Wirkung
  37. Ursache werden
  38. Die Kette der Ursachen
  39. Opferbeschuldigung
  40. Kleine Ursachen, große Wirkungen
  41. Wirkung als Rückmeldung
  42. Eine praktische Übung zum Prinzip von Ursache und Wirkung
  43. Das siebte Prinzip: Geschlecht
  44. Geben und Empfangen
  45. Einseitige Aktivität
  46. Geschlecht und gesellschaftliche Rollen
  47. Die innere Verbindung
  48. Sexualität und das siebte Prinzip
  49. Eine praktische Übung zum Prinzip des Geschlechts
  50. Die sieben Prinzipien als zusammenhängendes System
  51. Die hermetische Falle der Übererklärung
  52. Hermetik und Verantwortung
  53. Eine MKS-Übung für alle sieben Prinzipien
  54. Das hermetische Wirklichkeitsprotokoll
  55. Der Sieben-Tage-Zyklus
  56. Ein 49-Tage-Weg durch die Hermetik
  57. Häufig gestellte Fragen
  58. Sieben Prinzipien ersetzen keinen wachen Verstand

Wie das Master Key System dabei hilft, die sieben Prinzipien der Hermetik im täglichen Leben so anzuwenden, dass sie in jeglicher Hinsicht nutzbringend sind.

Einleitung

Die Hermetik gehört zu jenen geistigen Systemen, die gleichzeitig erstaunlich klar und erschreckend leicht missbrauchbar sind. Sieben Prinzipien genügen, um große Zusammenhänge zu ordnen. Geistigkeit. Entsprechung. Schwingung. Polarität. Rhythmus. Ursache und Wirkung. Geschlecht. Das klingt überschaubar. Fast zu überschaubar.

Genau dort beginnt die Gefahr.

Ein wahrer Gedanke wird schnell zu einer allgemeinen Erklärung für alles. „Wie oben, so unten“ wird dann benutzt, um jeden äußeren Vorgang zum Spiegel eines inneren Mangels zu erklären. „Alles schwingt“ wird zum Freibrief, unangenehme Tatsachen nicht mehr prüfen zu müssen. „Ursache und Wirkung“ wird gegen leidende Menschen gerichtet, als hätten sie jedes Unglück persönlich bestellt. Und das Prinzip des Geistes wird so lange aufgeblasen, bis sich der individuelle Mensch heimlich zum Geschäftsführer des Universums ernennt.

Das Master Key System hilft, die hermetischen Prinzipien in eine brauchbare Ordnung zu bringen. Beide Systeme betonen die schöpferische Kraft des Geistes, die Bedeutung innerer Ursache und die Möglichkeit bewusster Selbstführung. Doch das Master Key System verlangt Konzentration, Verkörperung und Wirkung. Es reicht nicht, ein Prinzip verstanden zu haben. Es muss sich in Denken, Gewohnheit, Entscheidung und Handlung zeigen.

Die Hermetik liefert sieben große Gesetzmäßigkeiten. Das Master Key System stellt die unbequeme Frage: Was machst du jetzt damit?

Die sieben hermetischen Prinzipien werden heute vor allem in jener Form vermittelt, die durch das Kybalion bekannt geworden ist. Sie sind keine bloßen Glaubenssätze. Sie können als Denkwerkzeuge verwendet werden, um Beziehungen zwischen innerer und äußerer Welt, zwischen Gegensätzen, Zyklen und schöpferischen Kräften zu untersuchen.

Ein Werkzeug besitzt jedoch nur dann Wert, wenn es richtig verwendet wird. Mit einem Hammer kann man ein Haus bauen oder eine Fensterscheibe einschlagen. Das Prinzip ist nicht schuld. Der Anwender entscheidet, ob Erkenntnis oder Unsinn entsteht.

Darum sollte jede hermetische Aussage durch drei Fragen geprüft werden:

Was beschreibt dieses Prinzip tatsächlich?

Welche praktische Verantwortung folgt daraus?

Wo beginnt die Übertreibung?

Diese drei Fragen schützen vor jener geistigen Bequemlichkeit, die sich gern Weisheit nennt, weil sie gut klingt und nichts kosten darf.

Hermetik und Master Key System

Die Nähe zwischen Hermetik und Master Key System ist offensichtlich. Beide betrachten Geist nicht als Nebenprodukt einer rein materiellen Welt, sondern als grundlegende Ursache. Beide erkennen, dass innere Bilder, Überzeugungen und Aufmerksamkeit äußeres Verhalten und damit Lebensbedingungen formen. Beide fordern eine Entwicklung vom passiven Empfänger zum bewussten Gestalter.

Doch es gibt einen entscheidenden Punkt. Geistige Gestaltung bedeutet nicht, dass ein Mensch jede äußere Wirkung allein kontrolliert. Er lebt in einer Welt anderer Ursachen. Andere Menschen handeln. Körper besitzen Bedingungen. Gesellschaften, Natur und Geschichte wirken.

Das Master Key System stärkt die individuelle Ursache. Es hebt die Welt nicht auf.

Die Hermetik sollte ebenso verstanden werden. Ihre Prinzipien zeigen Zusammenhänge. Sie machen den Menschen nicht allmächtig. Wer das vergisst, wird nicht zum Meister. Er wird zum metaphysischen Narzissten mit kosmischem Briefkopf.

Das erste Prinzip: Geistigkeit

Das erste hermetische Prinzip wird gewöhnlich mit dem Satz zusammengefasst:

„Das All ist Geist.“

Gemeint ist, dass Geistigkeit nicht erst am Ende einer materiellen Entwicklung erscheint, sondern die grundlegende Wirklichkeit bildet, aus der Form hervorgeht. Die sichtbare Welt ist nicht von Geist getrennt. Sie ist Ausdruck, Verdichtung oder Erscheinungsform geistiger Ursache.

Das Master Key System steht diesem Gedanken sehr nahe. Der universale Geist wird als schöpferische Quelle betrachtet. Der individuelle Verstand ist mit dieser Quelle verbunden und kann durch Gedanken, Vorstellung, Konzentration und Handlung an schöpferischen Prozessen teilnehmen.

Das klingt groß. Es ist groß. Es sollte trotzdem nicht größenwahnsinnig verstanden werden.

Zuerst kommt das Wissen, dann die Arbeit. Erst viel später, vielleicht nachdem Du gestorben bist, wächst etwas aus dem, was Du erschaffen hast.
- Mevlana Jalal al-Din Rumi (1207-1273), Mathnawi, V, 1053