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Kurz vor dem Studienabschluss – und plötzlich ist nichts mehr sicher

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Wie das Master Key System jungen Menschen hilft, aus Wissen eine eigene Richtung zu machen

Einleitung

Jahrelang war der Weg einigermaßen klar. Man schrieb sich für ein Studium ein, besuchte Vorlesungen, bestand Prüfungen, sammelte Leistungspunkte und bewegte sich, zumindest äußerlich, auf ein erkennbares Ziel zu. Selbst wenn zwischendurch Zweifel aufkamen, gab es immer den nächsten Abgabetermin, das nächste Semester oder die nächste Prüfung, an der man sich orientieren konnte.

Und dann nähert sich der Abschluss.

Eigentlich müsste jetzt Erleichterung eintreten. Endlich ist das Ziel in Sicht, für das man so viel Zeit, Energie und häufig auch Geld aufgewendet hat. Doch bei vielen jungen Menschen geschieht genau das Gegenteil. Je näher das Ende des Studiums rückt, desto größer wird die Unruhe. Plötzlich soll man nicht mehr nur eine Prüfung bestehen, sondern eine Antwort auf die Frage geben, wie das eigene Leben weitergehen soll.

Aus einer überschaubaren akademischen Aufgabe wird eine existenzielle Herausforderung. Welchen Beruf will ich ausüben? Reicht meine Qualifikation aus? Werde ich eine Stelle finden? Muss ich für den Beruf umziehen? Soll ich noch einen Master anschließen? Habe ich überhaupt das Richtige studiert? Was geschieht, wenn ich nach all den Jahren feststelle, dass ich in diesem Bereich gar nicht arbeiten möchte?

Solche Fragen sind keine Zeichen mangelnder Reife. Sie zeigen vielmehr, dass sich ein äußerer Weg seinem Ende nähert und ein innerer Weg beginnen muss.

Genau an dieser Schwelle kann das Master Key System zu einem außerordentlich hilfreichen Begleiter werden. Es liefert keinen fertigen Berufsplan und verspricht auch nicht, dass sich jede Entscheidung augenblicklich richtig anfühlen wird. Es führt den jungen Menschen jedoch zu der Ebene zurück, auf der tragfähige Entscheidungen überhaupt erst möglich werden: zur bewussten Beziehung mit den eigenen Gedanken, Werten, Fähigkeiten, Idealen und inneren Bildern.

Ein Abschluss ist noch keine Richtung

Ein Studienabschluss bestätigt, dass du dich über einen bestimmten Zeitraum mit einem Fachgebiet beschäftigt und die dafür erforderlichen Leistungen erbracht hast. Er kann Türen öffnen, Voraussetzungen erfüllen und deine fachliche Befähigung dokumentieren. Was er nicht automatisch leistet, ist die Beantwortung der Frage, welche dieser Türen du tatsächlich durchschreiten möchtest.

Diese Unterscheidung wird häufig übersehen. Junge Menschen werden über viele Jahre darauf vorbereitet, Aufgaben zu erfüllen, die andere formuliert haben. Lehrpläne legen fest, was gelernt werden soll. Prüfungsordnungen bestimmen, was als Leistung zählt. Professoren geben Themen, Termine und Qualitätsmaßstäbe vor. Selbst bei einer weitgehend selbstständig geschriebenen Abschlussarbeit bewegt man sich noch innerhalb eines institutionellen Rahmens.

Nach dem Studium fällt ein großer Teil dieses Rahmens weg. Niemand sagt mehr verbindlich, welches Kapitel als Nächstes gelesen, welche Prüfung vorbereitet und welche Aufgabe bis Freitag abgegeben werden muss. Auf einmal soll man selbst entscheiden, was wichtig ist.

Diese Freiheit klingt verlockend, kann aber zunächst wie Orientierungslosigkeit wirken.

Denn Freiheit ist nicht nur die Abwesenheit äußerer Vorgaben. Sie verlangt die Fähigkeit, sich selbst eine sinnvolle Richtung zu geben. Wer diese Fähigkeit während Schule und Studium kaum entwickeln musste, erlebt den Übergang ins Berufsleben möglicherweise nicht als Befreiung, sondern als Verlust von Halt.

Das Problem besteht also nicht darin, dass du zu wenig gelernt hättest. Möglicherweise hast du lediglich sehr viel über dein Fach und erstaunlich wenig über die bewusste Führung deines eigenen Lebens gelernt.

Zuerst kommt das Wissen, dann die Arbeit. Erst viel später, vielleicht nachdem Du gestorben bist, wächst etwas aus dem, was Du erschaffen hast.
- Mevlana Jalal al-Din Rumi (1207-1273), Mathnawi, V, 1053