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Partnersuche und Partnerwahl

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Wie das Master Key System dabei hilft, nicht nur den richtigen Partner zu finden, sondern vor allem sich selbst zu zu gestalten, dass die richtige Person ins Leben treten kann und dort auch bleiben will.

Einleitung

In diesem Artikel dreht es sich um Partnersuche und Partnerwahl. Dabei ist eine Unterscheidung besonders wichtig: Die Sehnsucht nach Liebe ist weder schwach noch unentwickelt. Menschen sind Beziehungswesen. Sie möchten gesehen, berührt, verstanden und begleitet werden. Problematisch wird diese Sehnsucht erst dort, wo ein anderer Mensch nicht mehr als freie Ergänzung des eigenen Lebens gesucht wird, sondern als Rettung vor sich selbst.

Das Master Key System ist für dieses Thema besonders geeignet, weil es den Zusammenhang zwischen innerem Bild, Aufmerksamkeit, Erwartung und äußerer Erfahrung beschreibt. Wer sich im Inneren als unvollständig, übersehen oder nicht liebenswert erlebt, sucht häufig keinen Partner auf Augenhöhe. Er sucht unbewusst einen Beweis gegen sein eigenes Selbstbild. Damit erhält jeder neue Kontakt eine Aufgabe, die kein anderer Mensch dauerhaft erfüllen kann: Er soll nicht nur lieben, sondern einen inneren Mangel beseitigen, dessen Ursache lange vor der Begegnung entstanden ist.

Fast jeder Mensch wünscht sich Nähe. Selbst jene, die behaupten, sie bräuchten niemanden, wünschen sich häufig wenigstens einen Menschen, vor dem sie diese Behauptung nicht länger aufrechterhalten müssen. Der Wunsch nach Partnerschaft ist deshalb kein Makel, der durch ausreichend Selbstoptimierung überwunden werden müsste. Er gehört zum menschlichen Leben.

Doch nicht jede Suche nach Liebe entspringt derselben inneren Ursache.

Ein Mensch kann sich eine Partnerschaft wünschen, weil er sein Leben teilen, gemeinsam wachsen, Zärtlichkeit erfahren und mit einem anderen Menschen etwas aufbauen möchte. Er kann allein leben, ohne sich innerlich verlassen zu fühlen. Er ist offen für Nähe, aber nicht bereit, für sie seine Würde, seine Werte oder seinen Verstand abzugeben.

Ein anderer Mensch sucht vielleicht ebenso aufrichtig nach Liebe, doch unter seiner Sehnsucht liegt Angst. Er fürchtet das Alleinsein, das Älterwerden, die gesellschaftliche Bewertung oder die Vorstellung, niemand könne ihn jemals wirklich wollen. Jede neue Bekanntschaft trägt dadurch sofort ein enormes Gewicht. Aus einem Gespräch wird eine Hoffnung. Aus einem Treffen wird eine mögliche Zukunft. Aus einer ausbleibenden Nachricht wird ein Urteil über den eigenen Wert.

Die Partnersuche ist dann keine Begegnung mehr.

Sie wird zur Prüfung der eigenen Liebenswürdigkeit.

Wer mit dieser inneren Last sucht, kann nur schwer erkennen, wer tatsächlich vor ihm steht. Er sieht nicht allein den Menschen, sondern auch alles, was dieser Mensch für ihn bedeuten könnte: Bestätigung, Sicherheit, Zugehörigkeit, körperliche Nähe, gesellschaftliche Anerkennung, eine Familie, finanzielle Entlastung oder endlich das Gefühl, angekommen zu sein.

Der andere wird mit Bedeutung überladen, bevor sein Charakter überhaupt sichtbar geworden ist.

Genau hier beginnt die Bedürftigkeit.

Nicht dort, wo ein Mensch Liebe möchte.

Sondern dort, wo er glaubt, ohne die Liebe eines bestimmten oder irgendeines anderen Menschen nicht vollständig, wertvoll oder lebensfähig zu sein.

Sehnsucht ist nicht Bedürftigkeit

Der Begriff „Bedürftigkeit“ wird heute häufig achtlos verwendet. Wer Interesse zeigt, regelmäßig schreiben möchte oder nach Verbindlichkeit fragt, gilt schnell als „needy“. Damit wird nicht selten genau jene emotionale Klarheit abgewertet, die für eine tragfähige Beziehung notwendig wäre.

Ein Mensch darf Nähe wünschen.

Er darf sich über eine Nachricht freuen, jemanden vermissen und traurig sein, wenn eine Verbindung nicht entsteht. Er darf sagen, dass er eine Partnerschaft sucht und keine unverbindliche Zwischenlösung.

Bedürftigkeit lässt sich nicht einfach daran erkennen, wie stark ein Gefühl ist.

Entscheidend ist, was der Mensch bereit ist, für die ersehnte Verbindung aufzugeben.

Verliert er seine Maßstäbe, sobald jemand Interesse zeigt? Ignoriert er widersprüchliches Verhalten, weil er die Möglichkeit einer Beziehung nicht gefährden möchte? Wartet er ständig auf Nachrichten, während sein eigenes Leben in den Hintergrund tritt? Passt er seine Werte, Wünsche oder Zukunftsvorstellungen vorschnell an? Versucht er, sich möglichst begehrenswert zu präsentieren, statt erkennbar zu werden?

Dann geht es nicht mehr nur um Liebe.

Dann wird die Beziehungsmöglichkeit wichtiger als die Wahrheit.

Eine gesunde Sehnsucht sagt:

„Ich wünsche mir einen Menschen, mit dem ich mein Leben teilen kann.“

Bedürftigkeit sagt:

„Ich brauche einen Menschen, damit mein Leben endlich Bedeutung erhält.“

Dieser Unterschied erscheint sprachlich klein. In der Partnerwahl entscheidet er über Welten.

Die unsichtbare Bewerbung um Liebe

Viele Menschen verhalten sich bei der Partnersuche, als befänden sie sich in einem dauerhaften Vorstellungsgespräch.

Sie möchten gefallen.

Sie zeigen ihre angenehmste, unkomplizierteste und attraktivste Seite. Sie lachen über Dinge, die sie nicht lustig finden, vermeiden schwierige Themen und stimmen Ansichten zu, die sie eigentlich nicht teilen. Sie erzählen von Interessen, die sie kaum verfolgen, und verschweigen Bedürfnisse, die angeblich zu anspruchsvoll wirken könnten.

Natürlich präsentiert sich jeder Mensch zu Beginn einer Bekanntschaft von seiner besseren Seite. Das ist weder unehrlich noch ungewöhnlich. Niemand beginnt ein erstes Treffen mit einer vollständigen Auflistung seiner ungünstigsten Gewohnheiten.

Problematisch wird es, wenn aus Höflichkeit Selbstauslöschung entsteht.

Der Mensch fragt dann nicht mehr:

„Passt dieser Mensch zu mir?“

Er fragt:

„Wie muss ich sein, damit dieser Mensch mich wählt?“

Damit verschiebt sich die Macht bereits vor Beginn einer Beziehung. Der andere wird zum Prüfer, während man selbst zum Bewerber wird. Sein Interesse entscheidet über den eigenen Wert. Seine Distanz erzeugt Angst. Seine Zustimmung wird zur Belohnung.

Das Master Key System beschreibt den bewussten Verstand als jene Instanz, die Eindrücke prüft, auswählt und dem Unterbewusstsein zuführt. Bei bedürftiger Partnersuche gibt dieser Wächter seine Aufgabe häufig ab. Er prüft den anderen nicht mehr. Er wartet darauf, selbst für gut genug befunden zu werden.

Das Ergebnis ist paradox: Je stärker ein Mensch ausgewählt werden möchte, desto weniger wählt er selbst.

Zuerst kommt das Wissen, dann die Arbeit. Erst viel später, vielleicht nachdem Du gestorben bist, wächst etwas aus dem, was Du erschaffen hast.
- Mevlana Jalal al-Din Rumi (1207-1273), Mathnawi, V, 1053