Wohlstand erschaffen
Wert schaffen, Kapital bewegen und am Geldstrom teilhaben – und wie das Master Key System hilft, Reichtum nicht nur zu wünschen, sondern geistig, wirtschaftlich und verantwortungsvoll aufzubauen
Einleitung
Geld bewegt sich.
Es fließt zwischen Kunden und Unternehmen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern, Staaten und Bürgern, Käufern und Verkäufern, Schuldnern und Gläubigern, Investoren und Projekten. Es wird verdient, geliehen, investiert, verloren, versteuert, gespendet, vererbt und immer wieder neu eingesetzt.
Selbst Geld, das scheinbar unbewegt auf einem Konto liegt, ist Teil eines größeren Systems. Banken verwenden Einlagen, Unternehmen planen mit Kapital, Staaten finanzieren Infrastruktur, Anleger stellen Mittel bereit und Märkte bewerten fortlaufend Erwartungen über die Zukunft.
Haanel beschrieb Geld in Kapitel 23 des Master Key Systems nicht als totes Objekt, sondern als zirkulierenden Wert. Diese Vorstellung ist für das 21. Jahrhundert bemerkenswert aktuell. Geld entfaltet seine wirtschaftliche Bedeutung in Bewegung. Es verbindet Leistung, Bedarf, Zeit, Vertrauen, Risiko und Möglichkeit. Auch in den bereits erarbeiteten MKS-21C-Texten wurde dieser Gedanke als soziale Dimension des Wohlstands aufgenommen: Vermögen entsteht niemals vollständig isoliert, sondern innerhalb eines Geflechts aus Kunden, Mitarbeitern, Infrastruktur, Rechtssicherheit und gesellschaftlichen Bedingungen.
Haanel schrieb sinngemäß, man gewinne Freunde, indem man für andere Geld mache. Der Satz klingt zunächst geschäftlich, beinahe kühl. Tatsächlich enthält er einen der klarsten wirtschaftlichen Gedanken des gesamten Systems.
Menschen unterstützen gewöhnlich jene, die ihren Handlungsspielraum vergrößern.
Ein Unternehmen gewinnt Kunden, wenn sein Produkt ihnen mehr Nutzen verschafft, als der verlangte Preis ihnen nimmt. Ein Mitarbeiter wird wertvoll, wenn seine Arbeit dem Unternehmen mehr Wirkung ermöglicht, als sie kostet. Ein Berater wird weiterempfohlen, wenn seine Leistung Probleme löst, Chancen eröffnet oder vermeidbare Verluste verhindert. Ein Unternehmer gewinnt Partner, wenn durch die Zusammenarbeit alle Beteiligten besser dastehen können als zuvor.
Geld folgt nicht jeder guten Absicht.
Es folgt wahrgenommenem Wert.
Dieser Grundsatz galt zu Haanels Zeit und gilt weiterhin. Dennoch hat sich die Art, wie Menschen am Geldstrom teilnehmen können, erheblich erweitert. Früher war der direkte Weg zum Einkommen für die meisten Menschen relativ eindeutig: Sie verkauften Arbeitskraft, ein Handwerk, ein Produkt, Land, Wissen oder eine Dienstleistung.
Heute kann ein Mensch zusätzlich Kapital bereitstellen, Aktien halten, Fonds kaufen, Anleihen erwerben, Unternehmen finanzieren, digitale Produkte vervielfältigen oder direkt auf Preisbewegungen an Finanzmärkten spekulieren.
Er kann am Wachstum eines Unternehmens beteiligt sein, ohne dort zu arbeiten.
Er kann Zinsen oder Ausschüttungen erhalten.
Er kann Währungen, Rohstoffe, Indizes oder andere Finanzinstrumente handeln.
Er kann tatsächlich in einen bereits fließenden Geldstrom eintreten.
Doch an dieser Stelle beginnt die notwendige Unterscheidung.
Es gibt einen Unterschied zwischen Wertschöpfung, Kapitalbeteiligung und Spekulation.
Wer diese drei Bereiche gedankenlos vermischt, wird aus einem tiefen wirtschaftlichen Prinzip sehr schnell ein hübsch formuliertes Glücksspiel machen.
Wohlstand ist mehr als ein hohes Einkommen
Viele Menschen verwenden Einkommen, Vermögen, Reichtum und Wohlstand so, als bezeichneten diese Wörter dasselbe.
Das tun sie nicht.
Einkommen ist Geld, das innerhalb eines bestimmten Zeitraums zufließt.
Vermögen ist das, was nach Abzug von Verpflichtungen tatsächlich vorhanden ist.
Reichtum beschreibt meist einen erheblichen Überschuss an Vermögen oder Handlungsmöglichkeiten.
Wohlstand ist umfassender. Er schließt materielle Sicherheit ein, aber ebenso Zeit, Gesundheit, Fähigkeiten, Beziehungen, Freiheit und die Möglichkeit, das eigene Leben sinnvoll zu gestalten.
Ein Mensch kann sehr viel verdienen und dennoch kaum Vermögen besitzen. Er lebt teuer, finanziert seinen Status, trägt hohe Schulden und benötigt jeden Monat erneut ein außergewöhnliches Einkommen, um seine Struktur aufrechtzuerhalten.
Ein anderer verdient weniger, besitzt aber geringe Verpflichtungen, Rücklagen, einen schuldenfreien Wohnraum und ausreichend Zeit. Äußerlich wirkt er weniger reich. Tatsächlich besitzt er möglicherweise mehr Freiheit.
Das Master Key System führt Wohlstand auf Ursache, Ordnung und Ideal zurück. Der Mensch soll nicht nur Geld anziehen, sondern jene innere und äußere Struktur aufbauen, die Geld empfangen, halten, verwenden und vermehren kann.
Denn Geld zu erhalten ist eine Fähigkeit.
Geld zu behalten eine andere.
Geld sinnvoll einzusetzen eine dritte.
Und Geld zu vermehren eine vierte.
Wer nur die erste beherrscht, kann trotz hoher Einnahmen dauerhaft in Mangel leben.
Der moralische Verdacht gegen Reichtum
Reichtum wird in vielen geistigen und gesellschaftlichen Kreisen misstrauisch betrachtet.
Der Reiche gilt als gierig, materialistisch oder moralisch verdächtig. Geld wird mit Ausbeutung, Machtmissbrauch und Oberflächlichkeit verbunden. Spirituelle Menschen erklären, es sei unwichtig, während sie gleichzeitig darunter leiden, zu wenig davon zu besitzen.
Diese Haltung ist selten besonders geistig.
Häufig ist sie nur der Versuch, aus einem unerreichten Ziel eine moralisch minderwertige Sache zu machen.
Geld ist weder heilig noch schmutzig.
Es ist ein Mittel.
Mit Geld können Wohnungen gebaut, Mitarbeiter bezahlt, Forschung finanziert und Familien versorgt werden. Mit Geld können ebenso Menschen bestochen, Ressourcen ausgebeutet und Abhängigkeiten geschaffen werden.
Die moralische Qualität liegt nicht im Zahlungsmittel.
Sie liegt in Ursache, Methode und Verwendung.
Das Master Key System befreit Wohlstand deshalb sowohl aus der Verdammung als auch aus der Vergötterung. Geld darf gewünscht werden, sofern der Wunsch unter einem sinnvollen Ideal steht. Im bereits bestehenden MKS-21C-Artikel über Reichtum wurde dieser Gedanke mit Kapitel 16 verbunden: Wohlstand ist ein Werkzeug, und jedes Werkzeug braucht eine Hand sowie eine Richtung.
Wer Geld grundsätzlich verachtet, wird selten ein klares Verhältnis dazu entwickeln.
Wer es anbetet, ebenfalls nicht.